Hyaluron vs. Botox®

Kosmetikerin Hände mit Botox und Patientin

Hyaluron vs. Botox®
Die wohl beliebtesten Anti-Aging Wirkstoffe im Vergleich

Botox® ist immer noch Synonym für Faltenfreiheit. Doch nicht erst seit Stars wie Joan Rivers und Jocelyn Wildesten es mit der Anwendung ein wenig übertrieben haben, ist das Wundermittel etwas in Verruf geraten. Nicht jede/r möchte Falten gegen eine scheinbar versteinerte und emotionslose Mimik eintauschen.

Ein neues Sternchen am Anti-Aging Himmel ist Hyaluron, auch als Hyaluronsäure bekannt. Es verspricht den Anwendern ein ebenso faltenfreies Antlitz zu verschaffen wie Botox®, jedoch ohne die unerwünschten Nebenwirkungen.

Wir haben beide Wirkstoffe einmal genau unter die Lupe genommen.

Ursprung

Botulinumtoxin

Botox® ist eigentlich der Markenname des bekanntesten Präparats. Der Wirkstoff, der gegen Falten gespritzt wird, heißt eigentlich Botulinumtoxin Typ A. Es ist ein Bakteriengift. Entdeckt wurde es in Wurstdosen, die zu lange gelagert worden waren. Es wird zwar oft behauptet, es sei ein Schlangengift, doch ist dies lediglich ein Mythos. Der in der Medizin verwendete Wirkstoff Botulinumtoxin Typ A wird synthetisch hergestellt.

Hyaluron

Hyaluron bzw. Hyaluronsäure ist ein Mehrfachzucker, der auch in unserem Körper produziert wird und dort fast überall zu finden ist. Es ist eine durchsichtige, gelartige Substanz, welche unsere Haut elastisch macht und für Ihre Spannkraft zuständig ist. In der Gelenkflüssigkeit dient sie als Schmiermittel und kommt außerdem in unseren Knochen, Bandscheiben, wie auch dem Glaskörper unseres Auges vor. Hyaluronsäure kann mit Hilfe biotechnologischer Prozesse produziert (vegetarisches Hyaluron) oder aus Hahnenkämmen extrahiert werden.

Anwendungsgebiete

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin Typ A wird heutzutage nicht nur gegen Falten eingesetzt, sondern hat auch in der Allgemeinmedizin seinen festen Platz. Egal ob zuckende Lider, chronische Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe – der Wirkstoff ist vielseitig einsetzbar. Ja sogar bei übermäßiger Schweißbildung wird er in die Achseln gespritzt. Die lähmende Wirkung sort dafür, dass die Muskeln nicht mehr angespannt werden können. Deshalb wird Botulinumtoxin Typ A gerne bei starken Mimikfalten, wie beispielsweise der Zornesfalte, Krähenfüßen, Sorgenfalten und Lachfalten, eingesetzt.

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Hyaluron

In der orthopädischen Medizin wird Hyaluron bei Arthrose, also Gelenkverschleiß, eingesetzt. In der ästhetischen Medizin wird Hyaluronsäure zur Brust-, Gesäß- und Lippenvergrößerung, wie auch zur Faltenunterspritzung genutzt. Auch als Creme oder Serum kann Hyaluron helfen, Falten zu reduzieren und eine Faltenneubildung zu verhindern. Anders als Botulinumtoxin wirkt Hyaluron nicht lähmend, sondern ist eher wie ein Füllstoff, der die Fältchen wieder auffüllt und der Haut wieder neue Frische verleiht.

Manchmal werden Hyaluronsäure und Botulinumtoxin Typ A bei sehr starken Falten, wie beispielsweise einer ausgeprägten Zornesfalte, in Kombination angewendet.

Wirkungszeit

Botulinumtoxin

Bereits 2-3 Tage nach der Behandlung spürt man erste Effekte, doch der maximale Effekt von Botulinumtoxin wird erst nach 1 – 2 Wochen erreicht. Die lähmende Wirkung lässt nach etwa 4-6 Monaten nach, wobei sich dies von Patient zu Patient unterscheiden kann. Will man nachhaltig eine neue Faltenbildung verhindern, so muss nach Ablauf dieser Zeit nachgespritzt werden.

Hyaluron

Grundsätzlich hält der Effekt von Hylauronsäure, wenn sie gespritzt wird, ca. 6-9 Monate an. Danach sollte sie vollkommen vom Körper abgebaut sein. Doch hängt es auch davon ab, wie die Hyaluronsäure, die gespritzt wird, strukturiert ist und wo die Falten unterspritzt wurden. Je nach Faltentiefe und Hauttyp wird entweder eine feinstrukturierte oder gröber strukturierte Hyaluronsäure gespritzt. Je tiefer die Falte, wie Nasolabialfalten, Stirnfalten oder die Zornesfalte, desto gröber sollte das Hyaluron strukturiert sein.
In den Lippen wird Hyaluron schneller abgebaut, als beispielsweise in den Wangen oder den Brüsten, weil diese besser durchblutet sind. Der Effekt der Behandlung beim Unterspritzen ist sofort sichtbar.

Hyaluronhaltige Anti-Aging Cremes und Seren, die oberflächlich auf die Haut aufgetragen haben, unterscheiden sich stark von Produkt zu Produkt. Während die Wirkung bei einigen Produkten bereits nach einer Stunde eintritt, muss man bei anderen, bei täglicher Anwendung, mehrere Wochen oder Monate warten, bis ein glättender und verjüngender Effekt eintritt. Hier kommt es ganz auf die Zusammensetzung der unterschiedlichen Antifaltencremes an.

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Kosten

Botulinumtoxin

Der Preis richtet sich ganz nach der Menge, die gespritzt werden soll, dem Arzt, der spritzt (je prominenter desto teurer) und dem Präparat. Die Kosten für eine Behandlung beginnen bei etwa €200. Der Preis wird in Einheiten berechnet. Für Krähenfüsse benötigt man beispielsweise ca. 15 Einheiten, für Stirnfalten und Zornesfalten je ca. 20 Einheiten. Pro Einheit können Sie mit ca. €12-18 rechnen. Die Behandlung findet ambulant statt.

Hyaluron

Hyaluronsäure hingegen wird in Millilitern berechnet. 1 ml kostet, je nach Hersteller, ca. €350-400. Je tiefer die Falten, desto mehr Hyaluron benötigt der Arzt. Während für Oberlippenfältchen und Kinnfalten nur etwa 0.5 Hyaluron benötigt werden, kommen bei Wangenauffüllungen gut 3 ml Hyaluron zum Einsatz.

Antifalten-Cremes und Seren unterscheiden sich, je nach Hersteller, ebenso im Preis.

Sowohl bei Botulinumtoxin, als auch bei Hyaluron ist billiger keinesfalls besser, denn bei extrem billigen Angeboten kann es sich um nicht zugelassene und illegale Produkte handeln, die schwerwiegende medizinische Folgen haben können.

Nebenwirkungen

Botulinumtoxin

Botulinumtoxin gilt als das stärkste bekannte Nervengift. Selbstverständlich hat es demnach auch Nebenwirkungen. Es ist deshalb wichtig, dass Sie sich bei einem Facharzt vor einer Behandlung entsprechend beraten und aufklären lassen. Zu den typischen und weniger dramatischen Nebenwirkungen gehören leichte Schwellungen, Hämatome und Rötungen an den Einstichstellen. Die Injektion selbst verursacht meist einen leicht brennenden Schmerz.

Bei einer Überdosierung oder sollte Botulinumtoxin in die Blutbahn gelangen, so kann es, neben einem trockenen Mund, Kopfschmerzen und Übelkeit, zu Schluckstörungen oder gar einer Lähmung der Atemmuskulatur kommen. In einem solchen Fall muss sofort ein Antiserum verabreicht und der Patient beatmet werden, bis die Wirkung des Antiserums eingesetzt hat.

Doch ist dies noch längst nicht alles. Wird die Nadel falsch gesetzt, dann kann es auch zu unerwünschten Effekten, wie beispielsweise einem Hängelid oder einer versteinerten Mimik, kommen. Jeder von uns kennt sicherlich den oder die ein oder andere/n Hollywood-Schauspieler/in, deren Gesicht über kurz oder lang mit Botulinumtoxin regelrecht verunstaltet wurde.

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Hyaluron

Ebenso wie beim Spritzen von Botulinumtoxin, kann es auch bei Hyaluron zu harmlosen Nebenwirkungen wie leichten Schwellungen, Hämatomen und Rötungen an den Einstichstellen kommen. Es kann kurzfristig zu etwas stärkeren Schwellungen oder gar einer Art Knötchenbildung kommen, doch lösen sich diese innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder auf.
Da Hyaluronsäure ein körpereigener Stoff ist, sind Nebenwirkungen in Form von allergischen Reaktionen eher unwahrscheinlich.
Bei invasiven Eingriffen mit Hyaluron kommt es in erster Linie auf das Geschick und die Erfahrung des Arztes an, der die Behandlung vornimmt. Je besser dieser sich auskennt, desto schöner und natürlicher das Ergebnis.
Wenn Hyaluronsäure äußerlich aufgetragen wird, in Form von Cremes und Seren, so können Allergien und Nebenwirkungen so gut wie ausgeschlossen werden.

Fazit

Sowohl Botulinumtoxin als auch Hyaluron halten was sie versprechen. Sie verschaffen Ihnen ein jüngeres Aussehen, stoppen neue Faltenbildung und können selbst tiefe Mimikfalten wieder glätten.

Hyaluronsäure ist zwar etwas teurer, doch aufgrund der geringen Nebenwirkungen definitiv die sicherere Variante. Statt Unterspritzung mit Hyaluronsäure kann diese auch als Inhaltsstoff einer Antifalten-Pflegecreme direkt auf die Haut aufgetragen werden. Dies lässt sich leicht in die morgendliche oder abendliche Routine mit einbauen und hat den Vorteil, dass es noch weniger Nebenwirkungen hat, als eine Unterspritzung.

Egal, wie Sie ich entscheiden: Angesichts der zahlreichen und teils gravierenden Nebenwirkungen von Botulinumtoxin sollten Sie Vor- und Nachteile genau abwägen und sich von einem qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker beraten, bevor Sie sich behandeln lassen. Kosmetikerinnen dürfen übrigens keine der beiden Substanzen spritzen.