Alleskönner Kokosöl?

Kokosöl - Das Multitalent für Küche und Kosmetik

Kokosöl – Das Multitalent für Küche und Kosmetik.

Bereits seit längerer Zeit ist Kokosöl buchstäblich in aller Munde. Es wird als Superfood und wahrer Alleskönner angepriesen – und das nicht nur in der Küche. Gerade bei der Schönheitspflege werden dem Öl wahre Wundertaten nachgesagt. Es soll Haut und Haare pflegen und wird sogar zur Zahnpflege empfohlen. Was ist dran an diesem Superöl? Ist der Hype berechtigt und kann es wirklich jeder bedenkenlos verwenden?

Was ist Kokosöl?

Eine reife Kokosnuss besteht zu etwa 35 % aus Kokosöl. Wie der Name schon vermuten lässt, wird Kokosöl aus der Kokosnuss gewonnen, genauer gesagt, aus der sogenannten Kopra, dem Fruchtfleisch der Kokosnuss. Es hat eine weiße oder gelblich-weiße Farbe sowie den typischen Kokosduft. Anders als die anderen Öle ist Kokosöl nicht flüssig, sondern hat eine feste Konsistenz. Erst beim Erhitzen wird es flüssig. Der Rauchpunkt liegt zwischen 185 bis 205°C. Kokosöl ist daher gut zum Backen oder Braten geeignet.

Kokosöl ist daher gut zum Backen oder Braten geeignet
Kokosöl ist daher gut zum Backen oder Braten geeignet

Gewinnungsmethoden

Kokospalmen werden praktisch im gesamten Tropenraum, zum Beispiel in den tropischen Gegenden Asiens sowie in Südamerika und Afrika, angebaut. Für die industrielle Fertigung wird die Kopra zunächst zerkleinert und dann getrocknet. Früher geschah dies meist in der Sonne. Allerdings sind da die hygienischen Bedingungen nicht immer ganz einwandfrei, weshalb nun in der professionellen Gewinnung meist spezielle Trockner zum Einsatz kommen, in denen das zerkleinerte Fruchtfleisch auf ca. 60° C erhitzt wird. Nach dem Trocknen wird die Kopra ein weiteres Mal erhitzt und anschließend in Ölmühlen ausgepresst. Dabei werden in der Regel noch Konservierungsstoffe sowie weitere chemische Substanzen zugegeben, die Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack verfeinern sollen.

Vor der Abfüllung wird das gewonnene Öl noch raffiniert, gebleicht und desodoriert. Manchmal wird das getrocknete Fruchtfleisch zur endgültigen Weiterverarbeitung vom Ernteort aus an die verschiedenen Vertriebsorte verschickt. Der Vorteil dabei ist, dass dann weniger Konservierungsstoffe zum Einsatz kommen. Sie können sich sicherlich schon denken, dass Kokosöl, das auf diese Weise gewonnen wird, nicht allzu gesund sein kann. Wie bei eigentlich allen Ölen ist auch hier die Kaltpressung wesentlich schonender und besser. Sie kommt nämlich ohne Zusatz chemischer Stoffe aus. Auch das Trocknen, Raffinieren, Bleichen und Desodorieren entfällt dann komplett. Nach der Pressung wird das Öl lediglich noch gefiltert und dann abgefüllt. Bei der Kaltpressung bleiben die gesamten wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Doch welche sind das genau?

Welche Inhaltsstoffe hat Kokosöl?

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Kokosöls werden überall angepriesen. Tatsächlich enthält es viele gesättigte Fettsäuren, was zunächst einmal stutzig macht. Denn Ärzte und Ernährungsberater weisen immer darauf hin, dass die ungesättigten Fettsäuren die gesünderen sind. Kokosöl enthält aber hauptsächlich sogenannte mittelkettige Fettsäuren. Das bedeutet, diese Fettsäuren haben weniger Atome als die langkettigen Pendants, etwa Stearinsäure, die 18 C-Atome aufweist (C = Kohlenstoff).

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Mittelkettige Fettsäuren kommen auf 8 bis 12 C-Atome und sind zudem leicht verdaulich. Sie benötigen zur Verdauung keine Gallensäure, sind wasserlöslich, gelangen direkt in die Blutbahn und von dort in die Leber. Hier werden sie zur Energiegewinnung bereitgestellt. An der Spitze dieser mittelkettigen Fettsäuren steht die Laurinsäure, die auch in der Muttermilch vorkommt. Sie stärkt das Immunsystem, wirkt antiviral, antimykotisch sowie antibakteriell.

Kokosöl enthält weiterhin viel Vitamin E, das als Antioxidans freie Radikale entschärft und damit eine wichtige Schutzfunktion im Körper innehat. Vitamin K ist spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung sowie, nach neuesten Studien, auch beim Knochenstoffwechsel. Neben diesen beiden Vitaminen ist es auch reich Calcium, Eisen, Zink, Kupfer, Kalium, Phosphor sowie Zink und Mangan.

Kokosöl darf also mit Fug und Recht als Superfood bezeichnet werden. Allerdings sollten Sie darauf achten, nur natives, also kaltgepresstes Öl in Bioqualität zu verwenden, da eben nur hier die ganzen wertvollen Inhaltsstoffe wirklich enthalten sind. Bei der industriellen Fertigung gehen die meisten davon verloren.

Kokosöl in der Küche

Die Südseevölker verwenden Kokosöl und auch andere Kokosprodukte schon seit Jahrtausenden als Grundnahrungsmittel. Auch hierzulande erfreut es sich schon seit längerer Zeit beim Backen und Kochen immer größerer Beliebtheit, vor allem bei der Zubereitung asiatischer Gerichte. Doch fast ebenso große, wenn nicht sogar größere Bedeutung, hat Kokosöl in der Schönheitspflege und Kosmetik.

Kokosöl in der Kosmetik

Der wahre Hype um Kokosöl entstand primär dadurch, dass Naturkosmetik zur Zeit voll im Trend liegt. Tatsächlich ist das hochwertige Öl in der Kosmetik ein richtiger Allrounder. Sie können es praktisch von Kopf bis Fuß einsetzen – allerdings mit einigen Einschränkungen. Denn, ebenso wie bei anderen Cremes und Hautölen, kommt es auf den Hauttyp an und wie und wo Sie das Kokosöl anwenden möchten. Nur dann kann es all seine positiven Eigenschaften entfalten. Nachfolgend finden Sie ein paar Anregungen zur Anwendung von Kokosöl.

Anregungen zur Anwendung von Kokosöl
Anregungen zur Anwendung von Kokosöl

Anwendung von Kokosöl

Haarpflege

Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren, und hier besonders die Laurinsäure, machen Kokosöl zu einer wirkungsvollen Pflege für Haar und Kopfhaut. Sie wirkt antiviral, antibakteriell sowie antifungal – ist also eine Dreifachwaffe gegen Viren, Bakterien und Pilze. Laurinsäure hat eine feine Struktur, so dass sie mühelos in die Kopfhaut eindringen und dort gezielt die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgen kann. Dadurch wird die Durchblutung angeregt.

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Des Weiteren rückt Kokosöl auch Schuppen und nicht erblich bedingtem Haarausfall zu Leibe. Es ist richtig, dass das Öl das Haar pflegt und nährt und dadurch Spliss verhindern kann. Tatsächlich hat es aber einige Tücken, da es nicht für jeden Haartyp geeignet ist. Die Crux liegt nämlich im hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die in diesem Falle gewissermaßen Fluch und Segen zugleich sind. Sie sorgen dafür, dass sich das Kokosöl wie ein Schutzfilm um die Haare legt. Trifft Wasser auf das Kokosöl, perlt es einfach ab. So wird das Haar zwar weich und geschmeidig, doch die nährenden und pflegenden Anteile können nicht eindringen.

Schnell fettendes und feines Haar wird dadurch unnötig beschwert. Grundsätzlich ist es richtig, trockenes, sprödes Haar mit Öl zu pflegen – nur eben nicht mit Kokosöl. Denn trockenes Haar benötigt dringend Feuchtigkeit, die jedoch wegen des besagten Schutzfilms nicht in die Haarstruktur dringen kann. Kokosöl ist also prima für die Kopfhaut, sollte aber nicht unbedingt für die Pflege der Längen verwendet werden.

Hautpflege

Wenn Sie unter trockener Haut leiden, ist Kokosöl mit seinem hohen Anteil an Lipiden ein natürlicher Moisturizer, der noch dazu ohne Silikone und Alkohol auskommt. Die Haut wird mit Feuchtigkeit versorgt, fühlt sich weich und geschmeidig an. Auch Rötungen werden gemildert. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie fettige Haut, Mischhaut oder gar Akne haben. Denn dann kann das reichhaltige Öl die vergrößerten Poren verstopfen. Als Folge haben Keime und Bakterien leichtes Spiel und die Haut wird noch unreiner. Haben Sie aber normale Haut und sind auf der Suche nach einem natürlichen Anti-Aging-Mittel, dann können Sie bei Kokosöl ruhig zugreifen. Der hohe Anteil an Vitamin E mildert Falten und lässt die Haut jünger aussehen.

Mund- und Zahnpflege

Dank seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften eignet sich Kokosöl hervorragend zur Pflege von Mund und Zähnen. Die altbewährte ayurvedische Methode des Ölziehens funktioniert beispielsweise mit Kokosöl perfekt. Die Laurinsäure macht aus einem sauren Milieu ein basisches. Viren, Keime und Bakterien brauchen aber ein saures Milieu zum Überleben. Mit Kokosöl lässt sich also der Vermehrung von Bakterien effektiv vorbeugen und so auch Parodontose verhindern. Auch Zahnfleischentzündungen und bakteriell bedingtem Mundgeruch beugt es vor.

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Nehmen Sie zum Ölziehen morgens, noch vor dem Frühstück 1 EL Kokosöl in den Mund und ziehen Sie es ca. 10 bis 20 Minuten durch die Zähne. Auf diese Weise sammeln sich die Bakterien im Öl und werden zusammen mit ihm ausgespuckt. Allerdings sollten Sie es nicht ins Waschbecken spucken, da es den Abfluss verstopfen könnte. Geben Sie es deshalb besser in ein Papiertaschentuch, das Sie dann im Hausmüll entsorgen. Danach spülen Sie den Mund mehrmals mit Wasser aus. Nun können Sie wie gewohnt Zähne putzen. Auch dafür eignet sich Kokosöl sehr gut. Es pflegt und schützt die Zähne und kann, bei regelmäßiger Anwendung, auch leichte Verfärbungen aufhellen.

Übrigens können Sie aus je 3 EL Kokosöl und Natron sowie ca. 15 bis 20 Tropfen Pfefferminzöl ganz leicht selbst eine Zahnpasta herstellen. Schmelzen Sie das Öl zuerst und vermischen dann die Zutaten miteinander. Wenn Sie mögen, können Sie noch etwas Stevia hinzufügen. Ihre DIY-Zahnpasta bewahren Sie am besten in einem luftdichten Behälter auf. Benutzen Sie einen Kosmetikspatel, um die Paste auf die Zahnbürste zu befördern. Das ist hygienischer, da in der Zahnbürste Bakterien sitzen, die Sie sonst in der Zahnpasta verteilen würden.

Sonnenbrand

Hier kennen Sie sicher Quark als erste Hilfe. Doch auch Kokosöl hilft dank seiner entzündungshemmenden und kühlenden Wirkung bei einem leichten Sonnenbrand. Tragen Sie es im Fall der Fälle gleich nach dem Duschen auf die noch nasse Hautstelle auf. Die gereizte Haut kann sich so schneller wieder entspannen.

Der richtige Einsatz von

Kokosöl ist ohne Frage sehr gesund und hilft bei vielen größeren und kleineren Problemen. Besonders in der Mund- und Zahnpflege hat es sich als effektives Mittel bewährt. Allerdings kommt es auf den richtigen Einsatz an. Bevor Sie es in Ihre Beautyroutine integrieren, ist es wichtig, Ihren Haar- und Hauttyp kennen. So vermeiden Sie Enttäuschung, wenn das vermeintliche Wundermittel gerade bei Ihnen vielleicht nicht hilft. Weiterhin ist wichtig, nur hochwertiges, kaltgepresstes Kokosöl in Bioqualität zu verwenden. Nur hier sind alle Inhaltsstoffe enthalten, die das Kokosöl so wertvoll machen. So stellen Sie sicher, dass es all seine positiven Eigenschaften entfalten und erhilft Ihnen zu dem gewünschten Ergebnis verhelfen kann.